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January 25, 2026
Konjunkturindikatoren wie der Schweizer PMI signalisieren seit einiger Zeit eine Abschwächung der wirtschaftlichen Dynamik.
Für Unternehmen ist dabei weniger die Zahl selbst entscheidend als ihre praktische Auswirkung: Planungsunsicherheit nimmt zu.
Diese Unsicherheit äussert sich nicht primär im Umsatz, sondern in der Finanzierungslogik des Tagesgeschäfts. Zahlungen verschieben sich, Kapitalbindung steigt, externe Finanzierung wird restriktiver. Damit rückt ein Thema in den Mittelpunkt, das in stabilen Phasen oft unterschätzt wird: Working Capital.
Von stabilen Prozessen zu instabilen Zahlungsströmen
In einem veränderten Marktumfeld geraten eingespielte Abläufe unter Druck. Typische Entwicklungen lassen sich branchenübergreifend beobachten:
- Leistungserbringung und Zahlungseingang driften zeitlich weiter auseinander
- Kunden nutzen Zahlungsziele konsequenter aus
- Vorleistungen und Bestände binden länger Kapital
- Kreditlinien verlieren an Flexibilität oder werden neu bewertet
Diese Effekte wirken einzeln moderat, kumulativ jedoch erheblich. Unternehmen geraten nicht in akute Schieflage, sondern in einen Zustand permanenter Liquiditätsanspannung.
Working Capital als operative Stellschraube
Working Capital beschreibt nicht nur Bilanzpositionen, sondern die Funktionsfähigkeit des operativen Geschäfts. Es beantwortet zentrale Steuerungsfragen:
- Wie viel Kapital ist im laufenden Betrieb gebunden?
- Wie stabil sind die Zahlungsströme?
- Wie hoch ist die Abhängigkeit von externen Finanzierungsquellen?
In der aktuellen Lage zeigt sich, dass drei Bereiche besonders sensibel reagieren:
- Forderungen: Längere Laufzeiten erhöhen den Finanzierungsbedarf, ohne dass Umsätze steigen.
- Vorräte und Vorleistungen: Kapitalbindung nimmt zu, während Umschlagshäufigkeiten sinken.
- Finanzierungsspielraum: Klassische Kreditinstrumente bieten weniger Elastizität als früher.
Diese Kombination macht Working Capital zu einer aktiven Managementaufgabe – nicht zu einem rein buchhalterischen Thema.
Warum klassische Reaktionen an Grenzen stossen
Unternehmen reagieren in unsicheren Phasen häufig mit bekannten Massnahmen: Kostendisziplin, Investitionsaufschub, intensiveres Forderungsmanagement. Diese Ansätze sind sinnvoll, aber begrenzt.
- Kosten lassen sich nicht beliebig senken, ohne die Leistungsfähigkeit zu beeinträchtigen
- Mahnwesen beschleunigt Zahlungen nur eingeschränkt
- Zusätzliche Kredite erhöhen Verschuldung und Abhängigkeiten
Damit entsteht die Notwendigkeit, Liquidität aus bestehenden Strukturen zu generieren – nicht aus zusätzlichem Fremdkapital.
Strukturierte Lösungen im Working Capital Management
An diesem Punkt kommen Instrumente ins Spiel, die direkt an den Zahlungsströmen ansetzen. Besonders relevant sind Factoring und Supply Chain Finance.
Beide verfolgen unterschiedliche Ansätze, haben jedoch ein gemeinsames Ziel: Liquidität verfügbar zu machen, ohne operative Abläufe zu stören.
Factoring: Forderungen als Finanzierungsquelle nutzen
Factoring basiert auf einem einfachen Prinzip: Offene Forderungen werden verkauft und kurzfristig liquidiert.
Der wirtschaftliche Effekt liegt nicht im Umsatz, sondern im Zeitgewinn.
Für Unternehmen ergeben sich daraus mehrere Vorteile:
- Liquidität steht zeitnah zur Verfügung
- Cashflows werden planbarer
- Abhängigkeit von Zahlungsgewohnheiten einzelner Kunden sinkt
- Bei geeigneten Strukturen kann Debitorenrisiko teilweise ausgelagert werden
Entscheidend ist dabei nicht das Volumen, sondern die Qualität der Forderungen.
Supply Chain Finance: Zahlungsströme koordinieren
Supply Chain Finance setzt an einer anderen Stelle an: beim Zusammenspiel zwischen Abnehmern und Lieferanten.
Durch die frühzeitige Bestätigung von Rechnungen können Lieferanten Liquidität vorziehen, während Abnehmer ihre Zahlungsziele optimieren.
Der Nutzen entsteht nicht isoliert, sondern systemisch:
- Stabilere Lieferantenbeziehungen
- Planbarere Zahlungsströme
- Reduktion von Liquiditätsengpässen entlang der Wertschöpfung
Gerade in angespannten Marktphasen wirkt SCF stabilisierend, ohne zusätzlichen Druck auf einzelne Marktteilnehmer auszuüben.
Einordnung gegenüber klassischen Finanzierungsformen
- Bankfinanzierung
- Charakteristik: Klassisches Fremdkapital
- Langfristiger Effekt: Höhere Verschuldung, Covenants
- Zahlungszielverlängerung
- Charakteristik: Operative Massnahme
- Langfristiger Effekt: Belastung von Lieferantenbeziehungen
- Factoring / Supply Chain Finance
- Charakteristik: Umsatz- und prozessbasiert
- Langfristiger Effekt: Liquidität ohne zusätzliche Verschuldung
Der zentrale Unterschied liegt darin, dass strukturierte Working-Capital-Lösungen nicht auf zusätzliche Verschuldung angewiesen sind.
Erfolgsfaktoren für den Einsatz von Factoring
Damit Factoring Mehrwert schafft, sind drei Aspekte zentral:
- Selektiver Einsatz statt pauschaler Abgabe aller Forderungen
- Klare Zieldefinition, ob Liquidität, Risikoreduktion oder Bilanzwirkung im Fokus steht
- Einbettung in die Gesamtfinanzierungsstrategie, nicht als isolierte Massnahme
Factoring ist kein Ersatz für solides Finanzmanagement – sondern dessen Ergänzung.
Fazit: Working Capital entscheidet über Handlungsspielraum
In Phasen wirtschaftlicher Unsicherheit zeigt sich, wie belastbar Finanzierungsmodelle wirklich sind.Working Capital wird dabei zum Prüfstein unternehmerischer Steuerungsfähigkeit.
Unternehmen, die ihre Zahlungsströme aktiv gestalten, gewinnen:
- Stabilität im operativen Geschäft
- Flexibilität in der Finanzierung
- Entscheidungsfreiheit in volatilen Märkten
Bei Aequitex verstehen wir Working-Capital-Lösungen als strategische Instrumente zur Sicherung unternehmerischer Handlungsfähigkeit – nicht als kurzfristige Überbrückung.
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